KODEX
Kein Regelwerk.
Eher eine Haltung.
Woran du bei mir bist –
und woran ich mich selbst
erinnern möchte.
Ich glaube nicht, dass Menschen dafür gemacht sind, in psychologische Schubladen zu passen.
Wir sind widersprüchlich. Vernünftig und irrational. Mutig und ängstlich. Bindungsbedürftig und freiheitsliebend. Manchmal wissen wir ziemlich genau, was uns guttun würde – und tun trotzdem das Gegenteil.
Genau dort beginnt für mich interessante Psychologie.
Nicht bei der Frage:
„Was stimmt mit dir nicht?“
Sondern eher bei:
„Was ist da eigentlich los – und was davon gehört wirklich zu dir?“
Du bist kein Fall.
Du bist ein Mensch
in Bewegung.
Nicht als Fall. Nicht als Projekt.
Sondern als Mensch, der gerade versucht, etwas über sich und sein Leben zu verstehen.
Wie ich dir begegne.
Auf Augenhöhe.
Ich habe psychologisches Wissen.
Du kennst dein Leben.
Beides brauchen wir.
Ehrlich genug für Reibung.
Ich werde dir nicht immer sagen, was angenehm klingt.
Aber auch nicht urteilen, wenn etwas menschlich kompliziert wird.
Mit Wärme.
Ernsthaft, wenn es ernst wird.
Leicht, wenn Leichtigkeit möglich ist.
Und Humor darf sowieso mit rein.
Ich glaube an Entwicklung.
Aber nicht an Selbstoptimierung
um jeden Preis.
Es geht mir nicht darum,
dich glatter, effizienter
oder angepasster zu machen.
Mich interessiert eher:
weniger Fassade,
mehr Wahrheit.
weniger Anpassung,
mehr Individuation.
weniger Selbstoptimierung,
mehr Lebendigkeit.
Ganzheitlich.
Aber nicht beliebig.
Ganzheitlich bedeutet für mich, einen Menschen nicht auf Gedanken, Verhalten oder ein einzelnes Problem zu reduzieren.
Gefühle, Körperempfinden, Beziehungen, Lebensgeschichte, Werte und Lebensumstände gehören ebenso zum Bild.
Wenn es für dich relevant ist, dürfen auch Sinnfragen oder Spiritualität Raum bekommen.
Gleichzeitig gilt: Nicht alles, was interessant klingt, ist automatisch psychologisch sinnvoll. Meine Arbeit bleibt wissenschaftlich fundiert, transparent und an deinem Anliegen orientiert.
Nicht die Methode steht im Mittelpunkt.
Sondern der Mensch, für den sie hilfreich sein soll.
Ich will dir nicht sagen,
wer du sein sollst.
Mich interessiert, wer du wirst, wenn du dir selbst näher kommst.
Individuation bedeutet für mich nicht, irgendein verborgenes „wahres Ich“ freizulegen.
Sondern zunehmend unterscheiden zu können:
Was wurde aus mir gemacht?
Was habe ich übernommen?
Und was möchte ich selbst wählen?
Autonomie heißt nicht, alles allein machen zu müssen.
Du musst hier
nichts vorspielen.
Aber du darfst
widersprechen.
Eine gute psychologische Beziehung ist für mich keine Einbahnstraße.
Ich höre zu. Ich frage nach. Ich halte aus. Und wenn nötig, reibe ich mich mit dir an.
Du musst es mir nicht recht machen. Und ich muss nicht immer recht haben.
Entscheidend ist, dass wir offen genug miteinander arbeiten können, um dort hinzuschauen, wo es interessant wird.
Nähe ohne Vereinnahmung.
Klarheit ohne Härte.
Du darfst hier
anders sein.
Eigentlich wäre es ziemlich langweilig, wenn wir alle gleich wären.
Ich arbeite mit Menschen, nicht mit Schablonen.
Unterschiedliche Lebensentwürfe, Beziehungen, Identitäten, Kulturen, Weltanschauungen und Arten, die Welt wahrzunehmen, gehören für mich nicht an den Rand psychologischer Arbeit. Sie gehören mitten hinein.
Du musst bei mir weder „normaler“ werden noch irgendeinem Ideal entsprechen.
Vielfalt ist für mich kein Statement.
Sie ist Realität.
Verantwortung heißt manchmal auch:
Das hier ist nicht mein Job.
Ich begleite psychologisch. Aber ich behaupte nicht, alles abdecken zu können.
Ich stelle keine medizinischen Diagnosen, verschreibe keine Medikamente und stelle keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus. Meine Angebote ersetzen keine notwendige ärztliche, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung.
Wenn ich den Eindruck habe, dass du mit einem Anliegen woanders besser aufgehoben bist, sage ich dir das offen. Nicht, um dich loszuwerden – sondern weil gute psychologische Arbeit auch bedeutet, die eigenen Grenzen zu kennen.
Manchmal bedeutet professionelle Begleitung auch, jemanden an die passendere Stelle weiterzuvermitteln.
Ich muss nicht alles können.
Ich muss wissen, wann jemand anderes hilfreicher ist.
Manches sollte selbstverständlich sein.
Ich schreibe es trotzdem hin.
VERTRAULICHKEIT
Was du mir anvertraust, behandle ich vertraulich und mit der Sorgfalt, die psychologische Arbeit verlangt.
RESPEKT
Du darfst anderer Meinung sein, anders leben und andere Entscheidungen treffen als ich. Deine Autonomie bleibt deine.
INTEGRITÄT
Ich sage dir, was ich denke – und ebenso, wenn ich etwas nicht weiß, nicht kann oder nicht verantworten möchte.
Professionalität bedeutet für mich nicht Distanz.
Sondern Klarheit darüber, wofür Nähe da sein darf.
Ich brauche von dir
keine perfekte Version.
Aber eine ehrliche wäre hilfreich.
Du darfst sagen, wenn etwas nicht passt.
Wenn ich dich missverstehe. Wenn eine Frage danebenliegt.
Wenn du etwas anders siehst oder gerade nicht weiterweißt.
Gute psychologische Arbeit entsteht für mich nicht dadurch, dass einer redet und der andere folgt. Sondern dadurch, dass beide aufmerksam bleiben für das, was zwischen ihnen passiert.
Sag mir, wenn etwas nicht stimmt.
Frag nach, wenn etwas unklar bleibt.
Widersprich mir, wenn du es anders siehst.
Und sag mir auch, wenn etwas hilft.
Feedback ist keine Störung der Zusammenarbeit.
Es ist Teil davon.
Ich glaube an
Wissenschaft.
Aber nicht
an Dogmen.
Eine Methode darf Orientierung geben.
Aber sie sollte niemals wichtiger werden als der Mensch.
Psychologische Arbeit sollte begründbar sein.
Ich möchte wissen, warum ich etwas tue – und was dafür oder dagegen spricht.
Gleichzeitig ist kein Mensch eine Versuchsanordnung.
Was in Studien im Durchschnitt wirksam ist, gibt Orientierung. Es entscheidet aber nicht allein, was für den Menschen vor mir in seiner konkreten Situation sinnvoll ist.
Deshalb arbeite ich integrativ: wissenschaftlich fundiert, methodisch offen und immer mit Blick auf den einzelnen Menschen.
Kognitiv-verhaltenstherapeutisch informierte, systemische, humanistische, psychodynamische oder philosophische Perspektiven dürfen sich ergänzen, wenn sie für das Anliegen sinnvoll sind.
Geld ist real.
Also reden wir
auch darüber.
Psychologische Arbeit hat einen Wert.
Und finanzielle Möglichkeiten haben Grenzen.
Beides darf gleichzeitig wahr sein.
Meine Preise sind transparent und grundsätzlich fest.
Nicht, weil jeder Mensch dieselben Voraussetzungen hat – sondern weil ein klarer Rahmen auch Fairness schafft.
Gleichzeitig möchte ich nicht so tun, als spiele Geld keine Rolle. Wenn eine Zusammenarbeit grundsätzlich passt, finanziell aber gerade schwierig ist, darfst du mich offen darauf ansprechen.
Wo es für mich möglich und sinnvoll ist, finden wir eine individuelle Lösung.
Das ist kein Versprechen auf einen bestimmten Preis.
Aber ein Versprechen darauf, dass du dich für die Frage nicht schämen musst.
Über Geld kann man sprechen.
Über Würde muss man nicht verhandeln.
Nicht alles muss
sofort gelöst werden.
Manches braucht erst einmal
einen Ort, an dem es da sein darf.
Ich mag Gespräche, in denen nicht jede Sekunde produktiv sein muss.
Wenn etwas gerade wichtig ist, bekommt es Raum. Wenn Stille entsteht, muss sie nicht sofort gefüllt werden. Und wenn wir lachen, obwohl das Thema eigentlich ernst ist, darf auch das dazugehören.
Ich versuche, aufmerksam für das zu bleiben, was gerade wirklich da ist – nicht nur für das, was wir uns vorgenommen haben.
Gedanken können wichtig sein.
Gefühle auch.
Körpersignale ebenfalls.
Und manchmal sagt eine Pause mehr als die nächste kluge Frage.
Präsenz ist für mich keine Methode.
Sie ist die Voraussetzung dafür,
dass etwas Echtes entstehen kann.
Ich muss nicht
alles mit dir
allein machen.
Gute Begleitung kennt auch andere gute Begleitung.
Wenn du bereits psychotherapeutisch, ärztlich oder anderweitig professionell begleitet wirst, muss daraus kein Entweder-oder werden.
Wo es sinnvoll ist, kann meine Arbeit eine bestehende Begleitung ergänzen.
Ich verstehe gute psychologische Arbeit nicht als Konkurrenz um einen Menschen.
Sondern als die Frage:
Was hilft dir gerade wirklich?
Du sollst nicht möglichst lange bei mir bleiben.
Du sollst mich irgendwann weniger brauchen.
Liebe.
Ich glaube, dass gute psychologische Arbeit am Ende immer auch etwas mit Liebe zu tun hat.
Nicht mit Sentimentalität.
Nicht damit, jemanden zu retten.
Und auch nicht damit, Grenzen verschwimmen zu lassen.
Sondern mit einer bestimmten Art, einen Menschen anzusehen:
aufmerksam genug, um ihn wirklich wahrzunehmen,
respektvoll genug, ihn nicht nach dem eigenen Bild formen zu wollen,
und mutig genug, ihm zuzutrauen, sein eigenes Leben zu führen.
Vielleicht ist das ein ziemlich großes Wort für eine psychologische Arbeit.
Ich nehme es trotzdem.
Ich möchte dich nicht zu jemand anderem machen.
Ich möchte dich dabei begleiten, dir selbst näherzukommen.
Auf bald.